Corona-Pandemie macht auch in diesem Jahr den Nikolausmarkt nicht möglich

Verkehrsverein sieht Absage angesichts der enormen Infektionszahlen als alternativlos

Schweren Herzens hat sich der Vorstand des Verkehrsvereins Hövelhof e.V. nach langen, intensiven Beratungen in einer Videokonferenz entschlossen, den Nikolausmarkt aufgrund der erdrückenden Fallzahlen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr abzusagen. Angesichts der vierten Welle, die das Land in nie dagewesener Wucht erfasst hat, teilt Vorsitzender Hubert Böddeker mit, dass ein pandemie-konformer Markt kaum noch etwas mit dem Flair früherer Jahre gemein hätte. Außerdem würde das bunte Treiben im Schlossgarten mit seiner Vielzahl persönlicher Begegnungen das Infektionsrisiko deutlich erhöhen. „Deshalb würde eine Ausrichtung des Marktes in dieser Zeit das falsche Signal einer nicht vorhandenen Normalität senden“, erklärt Böddeker wörtlich.

Seit Wochen jagen sich beim Verkehrsverein die Beratungen. Und immer drehen sich die Überlegungen nur um ein Thema: Kann der Nikolausmarkt in diesem Jahr unter strengen Hygieneauflagen stattfinden oder sollte die Veranstaltung, die bereits im vergangenen Dezember abgesagt werden musste, auch dieses Jahr ausfallen. „Fest steht für uns, dass wir es sicherlich nicht allen recht machen können“, erklärt der Verkehrsvereins-Vorstand übereinstimmend. Je nach Sichtweise kann diese Entscheidung mit Für und Wider diskutiert werden.

Über viele Wochen hat der Vorstand des Verkehrsvereins coronabedingt kritische Momente erlebt. Nach viel Zuversicht durch die Impffortschritte im Frühjahr und Sommer mit seinen niedrigen Infektionswerten war die vorsorgliche Absage des Hövelmarktes im Oktober auf Grund steigender Infektionszahlen ein erster Warnschuss, doch das Gremium zeigte sich zuversichtlich, den Nikolausmarkt unter freiem Himmel stemmen zu können. Auch die Rahmenbedingungen waren günstig, denn die Sponsoren legten sich heuer mächtig ins Zeug, und auch aus dem Förderprogramm „Neustart miteinander“ des Landes sind Mittel zur Verfügung, erklärt Thomas Westhof, Tourismuschef der Sennegemeinde und Vorstandsmitglied im Verkehrsverein.

Doch kritische Stimmen waren bereits im Sommer zu hören und warnten vor einer heftigen vierten Welle in der kalten Jahreszeit. Also richtete der Verkehrsverein seine Planungen auf einen abgespeckten Markt mit einem rigiden Hygienekonzept aus. Geplant wurde eine reine 2G-Veranstaltung mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. Dazu sollte das gesamte Gelände eingezäunt werden, so dass der Zutritt nur an kontrollierten Stellen möglich sein sollte. Dort sollten Besucher nach Prüfung der Impfzertifikate bunte Bändchen erhalten, die ihren Status auch bei einem schnellen Kontrollblick zeigen. Durch das gegenüberliegende Testzentrum wäre es jederzeit möglich gewesen, eine 2G-Plus-Lösung mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene mit einem aktuellen Test anzubieten.

Der Hövelhofer Arzt Dr. Georg Schneider, der seit dem Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020 regelmäßig den Stab für außergewöhnliche Ereignisse im Rathaus in medizinischen Fragen berät und als zuverlässiger Kompass in allen Phasen der Pandemie gilt, sieht eine solche Lösung kritisch: „Für 2G und Plus und ein Freitesten ist es angesichts täglicher Rekordwerte zu spät, und jede Infektion ist eine zu viel“. Der Hövelhofer Mediziner verweist auf Äußerungen von Lothar Wieler, Leiter des Robert-Koch-Instituts, der in ungewohnt scharfen Worten vor den Gefahren der vierten Welle warnt. Wieler betont, es herrsche eine Notlage im gesamten Land und wer das nicht sehe, mache einen großen Fehler.

Die Krankenhäuser im Kreis Paderborn registrieren seit November zunehmende Belastungen und nahezu vollständige Belegungen der Intensivstationen. Auch der Rettungsdienst arbeitet seit einiger Zeit bereits mit Notzuweisungen.

Die beiden großen Weihnachtsmärkte in der Region, in Paderborn und Bielefeld, haben inzwischen Corona-konform ihre Pforten geöffnet. Ob sie wie geplant bis zum Weihnachtsfest geöffnet bleiben werden, ist derzeit nicht absehbar. Inzwischen mehren sich die Absagen bei den kleineren Märkten in Paderborner Land. So haben Bad Lippspringe, Borchen, Salzkotten und Schloß Neuhaus bereits die Reißleine gezogen und ihre Märkte abgesagt.

„Viele Menschen machen sich Sorgen und das spüren wir“, sagt Angelika Schäfer, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins, und weist auf das soziale Spannungsfeld zwischen den Wünschen der Menschen und der Realität der Pandemie hin. Beispielsweise hat auch der Taizé-Chor die Taizé-Lichternacht, ein fester Bestandteil des Nikolausmarktes, abgesagt.

Besonders bedauern die Verantwortlichen des Verkehrsvereins, dass mit der Fest-Absage auch der verkaufsoffene Sonntag für die Hövelhofer Werberings-Geschäfte entfallen muss.

Ein Highlight des Nikolausmarkt-Wochenendes sollte die Vorstellung des neuen Hövelhofer Bildbandes von Manfred Funcke sein. Sicher ist, dass das Buch trotzdem an dem Wochenende auf den Markt kommen und verkauft werden wird. Das geplante Weihnachtskonzert mit Stephanie Hertel am Samstag, 18. Dezember, steht zurzeit auf dem Prüfstand.

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